Internationale Aspekte |
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Der Erfolg des betrieblichen Mobilitätsmanagements hängt
maßgeblich von den Rahmenbedingungen ab, die durch nationale
und regionale Gesetzgebung, Lokalpolitik und verkehrs-, stadt-
und umweltpolitische Programmatik geprägt werden.
Ein Blick "über den Tellerrand hinweg" kann also
zeigen, daß und wie es bei den Nachbarn besser oder schwieriger
geht. Auch mit Blick auf die Projektförderung durch die Europäische
Kommission ist ein Vergleich nationaler Unterschiede von Bedeutung.
Um die begrenzten Mittel des move - Projekts ökonomisch
einzusetzen, wurde eine kleine Länderauswahl getroffen. Umfassende
Überblicke über Rahmenbedingungen und Beispiele (good
and bad practice) werden derzeit in einigen anderen europäischen
Projekten erarbeitet, an denen jeweils mehrere europäische
Länder beteiligt sind und die entsprechend budgetiert sind
(z.B. MOSAIK, MOMENTUM, DANTE usw.). Das move - Projekt
stand in regelmäßigem Austausch mit diesen Projekten
und beschränkt sich deshalb im Ländervergleich maßgeblich
auf die Frage, ob und inwieweit das im Rahmen des Projekts entwickelte
Service-Angebot grundsätzlich im europäischen Maßstab
übertragbar erscheint.
Dabei geht es um Aspekte wie die steuerliche Kilometervergütung
für Berufspendler (wird die Autonutzung gefördert?),
um die Bedingungen für Parkraumbewirtschaftung, um das Angebot
von rabattierten ÖPNV-Jahreskarten (Jobticket), um die Frage,
ob und inwieweit ein Engagement des Arbeitsgebers im Sinne der
Installierung von Anreizen für eine umweltfreundliche Verkehrsmittelwahl
von den Finanzbehörden als versteckte Gehaltszahlung und
damit als eine zu versteuernde Leistung gewertet wird (geldwerter
Vorteil) usw. Etliche dieser Aspekte scheinen zunächst nur
sehr indirekt mit Verkehrsplanung und Verkehrspolitik zu tun zu
haben, sie bilden aber im Alltag der Berufspendler entscheidende
Rahmenbedingungen für die Verkehrsmittelwahlentscheidung.
Für die Länderstudie wurden vier europäische Staaten
ausgewählt:
Damit ist eine breite geografische Streuung gegeben. Zusätzlich
wird ein außereuropäisches Beispiel (Kalifornien, USA)
einbezogen, weil sich in anderen Projektzusammenhängen günstige
Möglichkeiten des Informationstransfers ergaben.
Die Aufgabenstellung besteht in der Relativierung oder Bekräftigung
der in Deutschland im Rahmen der Pilotanwendung des move - Projekts
gewonnenen Erfahrungen im Hinblick auf eine Einschätzung
der Übertragbarkeit des move - Ansatzes. Auswertung
und Darstellungsform orientieren sich an den Anforderungen, die
sich aus der Erstellung eines anwenderorientierten Leitfadens/Handbuchs
für den move - Ansatz ergeben und nicht an der
Systematik einer breit angelegten, auf Vollständigkeit angelegten
wissenschaftlichen Untersuchung. Dies Einschränkung ergab
sich auch allein schon aus dem begrenzten Zeit- und Finanzbudget
desmove - Projekts, bei dem die Systementwicklung
und Pilotanwendung am konkreten Fall im Vordergrund stand.
Die Informationen zum Ländervergleich wurden sekundäranalytisch
ermittelt sowie im Rahmen direkter Kontaktaufnahme mit Fachleuten
in den verschiedenen Ländern. Der Informationstransfer wurde
auch durch einige internationale Tagungen befördert, auf
denen das move - Projekt präsentiert wurde (Nottingham,
Bremen, Berlin). Schließlich bestand ein regelmäßiger
Austausch mit der Arbeitsgruppe Commuting des Städtenetzwerks
Car Free Cities - Netzwerk für neue Mobilitätskultur.
Die Informationen zu Kalifornien (USA) basieren maßgeblich
auf persönlichen Gesprächen mit Jim Sims (Los Angeles),
der als Direktor des ehemaligen Commuter Transportation Services
(CTS) und heutiger Leiter der Informationsstelle von Southern
California Ride Share über langjährige Erfahrungen verfügt
und die Bedeutung der in den letzten vier bis fünf Jahren
veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen sehr sicher einschätzen
kann. Die Darstellung erfolgt in Form eines Interviews, weil damit
die subjektive Komponente von Einschätzungen akzentuiert
wird. Schließlich geht es nicht nur um Tatsachen, sondern
maßgeblich auch um Bewertungen mit Blick auf die künftigen
Entwicklungen. Die Gespräche mit Jim Sims waren systematisch
vorbereitet. Die Darstellungsform des Interviews wurde letztlich
auch gewählt, weil dies leichter lesbar ist, als eine streng
wissenschaftliche Ausarbeitung. Das Interview hat
in dieser Form so nicht tatsächlich stattgefunden.
Als Hintergrundinformation steht eine zweiteilige Ausarbeitung
zum Stand des Transportation Demand Managements (TDM) in USA zur
Verfügung, die in den Anhängen der Broschüren
zu finden ist. Teil 1 beschreibt die Struktur von CTS Los Angeles
als älteste und weltweit größte Agentur für
Mobilitätsmanagement zum Stand 1993, Teil 2 gibt eine Einschätzung
zur Übertragbarkeit auf europäische Verhältnisse.
Das Interview mit Jim Sims stellt hierzu Teil 3 dar, aus dem die
seit 1993 vollzogenen Veränderungen hervorgehen. Nicht nur
die Rahmenbedingungen haben sich verändert, sondern auch
CTS besteht nicht mehr in der bekannten Form. Der Übergang
in den Status einer Behörde im Rahmen der Southern California
Association of Governments (SCAG) ist mehr als ein formaler Wandel,
er zeigt Entwicklungsperspektiven auf, die für die europäische
Diskussion des Themas "betriebliches Mobilitätsmanagement"
als sehr lehrreich bezeichnet werden können.
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