Projekt Report / Kurzfassung


move ist ein Projekt im Rahmen des life -Programms beder Generaldirektion XI der Europäischen Kommission (Projektnummer: LIFE/D/A171/D/00030/BRM). Mit der Vorbereitung des operativen Teils des Projekts wurde im Frühjahr 1995 begonnen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt endete im April 1998. Die Federführung lag bei der Umweltschutzbehörde der Freien Hansestadt Bremen.

move zielte auf den exemplarischen Aufbau und die Erprobung einer Mobilitätsdienstleistung für Berufspendler. Im Mittelpunkt standen die M&ol;glichkeiten zum Abbau von Hemmschwellen für die Bildung von Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr durch flankierende Maßnahmen zur Fahrgemeinschaftsvermittlung. Als Projektpartner waren beteiligt:

n einer späteren Projektphase (”Ausweitung auf andere Betriebe”) wurde die Brauerei BECK & CO als assoziierter Projektpartner gewonnen.

Kraft Jacobs Suchard hat in der Stadt Bremen drei Betriebsstandorte mit sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen hinsichtlich der räumlichen Lage, der Verkehrsanbindung und - daraus resultierend - der Verkehrsmittelnutzung (modal split). Alle drei Standorte wurden in das Demonstrativvorhaben einbezogen:

Während der Projektlaufzeit hat sich eine Tendenz zum Arbeitsplatzabbau an den beiden Produktionsstandorten ergebenteilweise im Rahmen der Verlegung von Aufgabenbereichen zu außerbremischen Standorten, teilweise im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen sowie auch als Folge eines Konzentrationsprozesses zugunsten des innerstädtischen Verwaltungsstandorts (was den dort ebenfalls eingetretenen Arbeitsplatzabbau kompensiert hat).

Im Rahmen des Projektes wurde in Zusammenarbeit mit Kraft Jacobs Suchard folgendes Service-Programm entwickelt und - mit unterschiedlichen Schwerpunkten an den einzelnen Firmenstandorten - erprobt

Das move - Service-Angebot

  1. Durchführung von Informations- und Motivationskampagnen im Betrieb
  2. Einführung des verbilligten Job-Tickets für alle Mitarbeiter
  3. Ausgabe individueller (persönlicher) Fahrpläne für Betriebsangehörige
  4. Vermittlung von Fahrgemeinschaften
  5. Einführung von Stellplatzprivilegien für Fahrgemeinschaften
  6. Angebot einer move - Projekt hat sich als stärkstes Hemmniss ergeben, daß die im Rahmen des Projekts geplante und auch von der Firmenleitung unterstützte Parkraumbewirtschaftung am innerstädtischen Betriebsstandort gegen den Widerstand des Betriebsrats nicht durchgesetzt werden konnte. Damit war das Projekt allein auf die positive Wirkung der im Rahmen von move angebotenen Werbung, Dienstleistungen und Anreize angewiesen. Eine Eigendynik im Sinn eines fortschreitenden Prozesses der Verhaltensänderung zugunsten einer umweltorientierten Verkehrsmittelwahl der Beschäftigten konnte sich so nicht ergeben. Die Auswertung anderer Beispiele und Projekte zeigt, daß diese Erkenntnis verallgemeinert werden kann. Ohne das Zusammenspiel von 'push and pull"-Maßnahmen können in der Regel nur bescheidene Erfolge erzielt werden.

Die Projektbeteiligten sind während der Projektlaufzeit auf eine Vielzahl von Schwierigkeiten gesßen, die zeitweilig sogar den Erfolg des Projekts in Frage zu stellen schienen. Da sich abzeichnete, daß ein Teil dieser Schwierigkeiten auch nicht innerhalb des Projekts gelöst werden konnte (dies betrifft insbesondere den Aspekt der fehlenden "Masse" für die erfolgreiche Vermittlung von Fahrgemeinschaften), wurde das Service-Angebot für eine breite Markteinführung in der Stadt Bremen weiterentwickelt.

Hierfür wurde eine spezielle Software für die überbetrieblichFahrgemeinschaftsvermittlung und Abwicklung der Mobilitätsgarantie erstellt, ein Markenname kreiert, eine Werbekampagne entworfen, Geschäftsbedingungen und Dienstleistungsverträge erstellt und eine Strategie für die Betriebsakquisition entwickelt. Dies alles wird im Abschlußbericht und vor allem auch auf der beigefügten CD-ROM ausführlich dargestellt. Sämtliche Materialien sind auf der CD-ROM zusammengestellt (einschließlich Demoversion der Software) und auch unter der Adresse &ot;move-bremen.org" im Internet erreichbar. Die Erstellung der CD ROM und die Einrichtung der Internetseite sind Bestandteil des Abschlußberichts.

Im Anschluß an das Schaubild findet sich eine Kurzskizze des Angebots "FahrgemeinschaftsService" (ungefähr im Originalton einer für erste Betriebskontakte verwendeten Selbstdarstellung) Hieraus sollte sich ein erster - der Kurzfassung angemessener - Eindruck zum neuen Serviceangebot ergeben.

Zur Zeit läuft die Markteinführung s aus dem Projekt heraus (bzw. weitgehend innerhalb des Projekts) entwickelten "FahrgemeinschaftsService" in Bremen als privatwirtschaftliches Dienstleistungsangebot für private und öffentliche Arbeitgeber. Die Markteinführung erfolgt zunächst im näheren Umfeld von Kraft Jacobs Suchard und BECK & CO, d.h. im innerstädtischen Bereich. In der ersten Akquisitionsphase werden nur die größeren Arbeitgeber ab 400 Beschäftigten angesprochen. Bis zur Erreichung der "krischen Masse" von insgesamt 6.000 Beschäftigten in räumlich benachbarten Betrieben bleiben alle bis dahin geschlossenen Vereinbarungen mit interessierten Betrieben noch unverbindlich. Bei Erreichen der kritischen Masse werden die abgeschlossenen Verträge in Kraft gesetzt und der Service begonnen. Der bisherige Akquisitionsstand läßt hoffen, daß nach der Sommerpause im September 1998 mit dem Service begonnen werden kann. Die Vertragsverhandlungen laufen mit Betrieben unterschiedlichster Gruml;ßenordnung und Charakteristik (Produktionsbetriebe aber auch Banken, Versicherungen, Behörden, Hochschulen, Gewerbeparks usw.). Als Dienstleistungsanbieter treten die StadtAuto GmbH Bremen sowie das Büro für Verkehrsökologie (BVÖ) auf, die für diesen Zweck eine neue gemeinsame Firma gründen werden.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung vom move - Projekt zum "FahrgemeinschaftsService".

 

 

FahrgemeinschaftsService ...

... ist ein überbetrieblich orientiertes Dienstleistungsangebot vom Büro für Verkehrsökologie (BVÖ), Bremen in Zusammenarbeit mit der StadtAuto Bremen Car Sharing GmbH.

Zielgruppe:

Private Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber, zunächst in ausgewählten räumlichen Bereichen (benachbarte Arbeitsstätten), schrtweise im gesamten Stadtgebiet.

Warum ein solches Angebot?

Betriebe und Verwaltungen sollen in ihrem Bemühen um eine ökonomisch-ökologische Optimierung ihrer Verkehrsstrukturen unterstützt werden. Zu dieser Optimierung gehört auch die bessere Auslastung der im Berufsverkehr eingesetzten Pkw. Nicht alle Berufspendler, die heute allein im Pkw sitzen, tun dies gerne und zwangsläufig. "FahrgemeinschaftsService" bringt die Menschen zusammen, die einen Teil der Wegstrecke sinoll gemeinsam fahren können, unabhängig davon, ob sie im selben Betrieb arbeiten oder am selben Ort wohnen. Hierdurch können die Straßen und Zufahrten zum Betrieb entlastet und der Stellplatzbedarf vermindert werden. Von einem solchen Service profitieren sowohl die Unternehmen als auch die einzelnen Beschäftigten. Etwas vergleichbares gibt es bislang nicht.

Leistungsbeschreibung: Fahrgemeinschaftsvermittlung:

Im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages bieten wir dem Unternehmen f&ul;r einen monatlich zu zahlenden Pauschalbetrag die folgende Leistung an (Preisskala zwischen 35 DM und 1.200 DM mtl. in Abhängigkeit von der Betriebsgröße; siehe Preisliste weiter unten):

1.) Einführungskampagne Betrieb mit professionellen Werbematerialien (Broschüren, Plakate, Anmeldeformulare, Gutscheinhefte etc.) für alle Beschäftigten sowie Bereitstellung der Materialien für die laufende Werbung für das Serviceangebot.

2.) Betriebs-/behördenürgreifende Vermittlung passender Fahrpartnerinnen und Fahrpartner für die interessierten Mitarbeiter im gesamten Großraum Bremen (Bereich zwischen Wilhelmshaven, Cuxhaven, Buxtehude, Hannover und Osnabrück). Die Biete-Suche-Wünsche der Beschäftigten des Betriebs werden von "FahrgemeinschaftsService" mit einer speziell für diesen Zweck entwickelten Software bearbeitet. Dabei werden die jeweiligen Arbeitszeiten (auch Schichtarbeitszeiten), besondere Wünsche (z.B. nur 2 x prooche), maximale Umwegakzeptanz sowie individuelle Wunschkriterien (Nichtraucher/Raucher, Frau fährt nur mit Frau, ggf. Hobbys) berücksichtigt. Bedarfsweise kann die Software auch zur Online-Nutzung beim Kunden installiert werden. Das System erfüllt alle Erfordernisse des Datenschutzes.

3.) Für die "Ökobilanzierung" erhält das Unternehmen eine laufende Auswertung in Form von Tabellen und Schaubildern zur Darstellung der erzielten Umwelteffekte (Berechnung und Darstellung eingesrter Pkw-Kilometer/Schadstoffemissionen/Kraftstoffverbräuche, Flächeneinsparung o.ä.).

Pauschalbetrag für den Vermittlungsservice:

P R E I S L I S T E "FahrgemeinschaftsService"
S T A N D: April 1998
 
Preise für den Vermittlungsservice durch "FahrgemeinschaftsService":
 
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 Betriebsgröße/ Behördengröße nach Anzahl der Mitarbeiter  Preisliste
 A  < 50  35 DM
 B  50 - 99  60 DM
 C  100 - 249 120 DM
 D  250 - 399 200 DM
 400 - 799 300 DM
 F  800 - 1499 400 DM
 G  1500 - 2499 500 DM
 H  2500 - 3499 600 DM
 I  3500 - 4999 700 DM
 J  5000 - 7499 800 DM
 K  7500 - 9999 900 DM
 L  10000 - 13499 1000 DM
 M  13500 - 15999 1100 DM
 N  16000 - 18000 1200 DM

Leistungsbeschreibung: "Mobilitätsgarantie":

Als "Pfiff" des ganzen Systems bieten wir dem Unternehmen für einen zusätzlichen Pauschalbetrag in Höhe von monatlich 5 DM pro Teilnehmer einer bestehenden oder einer neuen Fahrgemeinschaft folgende Leistung an:

Damit Beschäftigte, die ihren Arbeitsweg im Rahm einer Fahrgemeinschaft organisieren, keine Nachteile erleiden, wenn die Fahrgemeinschaft aus unvorhergesehenen Gründen ausfällt, dürfen diese in bestimmten Fällen bis zu einem Höchstbetrag von 50 DM bargeldlos ein Taxi (bis nach Hause bzw. zum Betrieb oder zu einem günstigen Bahnhof o.ä.) benutzen. Die Mobilitätsgarantie gilt, wenn aus betrieblichen Gründen Überstunden notwendig sind, die Arbeit aufgrund akuter eigener Erkrankung oder Erkrankung eines Familienangehörigevorzeitig beendet werden muß oder die Fahrerin bzw. der Fahrer der Fahrgemeinschaft nicht wie vorgesehen fährt.

Der Vorgesetzte unterzeichnet zur Berechtigung einen Coupon, die Bezahlung und Abrechnung der Taxifahrt erfolgt über FahrgemeinschaftsService.

Die tatsächlich in Anspruch genommenen "Garantiefälle" (einschließlich Verwaltungsaufwand) werden aus den pauschalen Beiträgen finanziert. In regelmäßigen Abständen wird die Kostenpauschale an ditatsächliche Inanspruchnahme der Berechtigten im Betrieb angepaßt.

Erste Tests mit diesem aus den USA bekannten Modell waren auch in Bremen erfolgreich. 1) Ein Mißbrauch des Angebots wird durch die Koppelung an die Unterschrift des Vorgesetzten weitgehend unterbunden. Durch die Pauschalvereinbarungen mit dem Serviceanbieter gehen die Betriebe keine unkalkulierten Risiken ein.

Vorteil des überbetrieblichen Adressenpools

Der Vorteil des Systems liegt auf der HandAuch wenn in einem Betrieb oder einer Behörde nur eine kleinere Zahl von Fahrgemeinschaftsinteressenten vorhanden sein sollte, bestehen im überbetrieblichen Adressenpool Vermittlungschancen.

Deshalb entfällt auch die Notwendigkeit aufwendiger Voruntersuchungen und Potentialermittlungen im Betrieb. Das Unternehmen entscheidet, ob der Service in seinem Haus angeboten wird, FahrgemeinschaftsService übernimmt die Werbung und Abwicklung.

 

1) im Rahmedes move - Projekts