move
ist ein Projekt im Rahmen des life -Programms beder Generaldirektion
XI der Europäischen Kommission (Projektnummer: LIFE/D/A171/D/00030/BRM).
Mit der Vorbereitung des operativen Teils des Projekts wurde im
Frühjahr 1995 begonnen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt
endete im April 1998. Die Federführung lag bei der Umweltschutzbehörde
der Freien Hansestadt Bremen.
move zielte auf den exemplarischen Aufbau und die Erprobung einer Mobilitätsdienstleistung
für Berufspendler. Im Mittelpunkt standen die M&ol;glichkeiten
zum Abbau von Hemmschwellen für die Bildung von Fahrgemeinschaften
im Berufsverkehr durch flankierende Maßnahmen zur Fahrgemeinschaftsvermittlung.
Als Projektpartner waren beteiligt:
- der internationale Lebensmittelkonzern
Kraft Jacobs Suchard mit seiner Deutschlandzentrale als Erprobungsbetrieb
- die StadtAuto Car-Sharing GmbH,
Bremen als Dienstleister und
- das Büro für Verkehrsökologie
(BVÖ), Bremen als beratendes, wissenschaftliches Institut
n einer späteren Projektphase
(Ausweitung auf andere Betriebe) wurde die Brauerei
BECK & CO als assoziierter Projektpartner gewonnen.
Kraft Jacobs Suchard hat in der Stadt
Bremen drei Betriebsstandorte mit sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen
hinsichtlich der räumlichen Lage, der Verkehrsanbindung und
- daraus resultierend - der Verkehrsmittelnutzung (modal split).
Alle drei Standorte wurden in das Demonstrativvorhaben einbezogen:
- Standort Langemarckstraße
(Verwaltunzentrale für Deutschland) in zentraler Innenstadtlage
mit überdurchschnittlicher ÖPNV-Anbindung und entsprechend
hohem Anteil von Fahrrad- und ÖPNV-Nutzern; 900 Beschäftigte,
ein Parkplatz mit 53 Pkw-Stellplätzen und ein Parkhaus mit
320 Pkw-Stellplätzen, entsprechend keine Parkplatznot und
geringer Handlungsdruck
- Standort Holzhafen in
einem Industriegebiet im Bremer Westen mit relativ guter ÖPNV-Anbindung;
Produktion und Lager, 350 Beschäftigte im Schichtdiet,
340 Pkw-Stellplätze
- Standort Hemelingensolitäre
Lage in einem peripher gelegenen Industriegebiet im Bremer Osten
mit unzureichender ÖPNV-Anbindung (vor allem abends) und
- mangels benachbarter Betriebe - geringer Chance auf eine spürbare
Verbesserung des ÖPNV-Angebots; Produktion, 700 Beschäftigte
im Schichtdienst, 350 Pkw-Stellplätze
Während der Projektlaufzeit hat
sich eine Tendenz zum Arbeitsplatzabbau an den beiden Produktionsstandorten
ergebenteilweise im Rahmen der Verlegung von Aufgabenbereichen
zu außerbremischen Standorten, teilweise im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen
sowie auch als Folge eines Konzentrationsprozesses zugunsten des
innerstädtischen Verwaltungsstandorts (was den dort ebenfalls
eingetretenen Arbeitsplatzabbau kompensiert hat).
Im Rahmen des Projektes wurde in Zusammenarbeit
mit Kraft Jacobs Suchard folgendes Service-Programm entwickelt
und - mit unterschiedlichen Schwerpunkten an den einzelnen Firmenstandorten
- erprobt
Das move - Service-Angebot
- Durchführung von Informations- und Motivationskampagnen im Betrieb
- Einführung des verbilligten Job-Tickets für alle Mitarbeiter
- Ausgabe individueller (persönlicher) Fahrpläne für Betriebsangehörige
- Vermittlung von Fahrgemeinschaften
- Einführung von Stellplatzprivilegien für Fahrgemeinschaften
- Angebot einer move - Projekt
hat sich als stärkstes Hemmniss ergeben, daß die im
Rahmen des Projekts geplante und auch von der Firmenleitung unterstützte
Parkraumbewirtschaftung am innerstädtischen Betriebsstandort
gegen den Widerstand des Betriebsrats nicht durchgesetzt werden
konnte. Damit war das Projekt allein auf die positive Wirkung
der im Rahmen von move angebotenen Werbung, Dienstleistungen
und Anreize angewiesen. Eine Eigendynik im Sinn eines fortschreitenden
Prozesses der Verhaltensänderung zugunsten einer umweltorientierten
Verkehrsmittelwahl der Beschäftigten konnte sich so nicht
ergeben. Die Auswertung anderer Beispiele und Projekte zeigt,
daß diese Erkenntnis verallgemeinert werden kann. Ohne das
Zusammenspiel von 'push and pull"-Maßnahmen können
in der Regel nur bescheidene Erfolge erzielt werden.
Die Projektbeteiligten sind während
der Projektlaufzeit auf eine Vielzahl von Schwierigkeiten gesßen,
die zeitweilig sogar den Erfolg des Projekts in Frage zu stellen
schienen. Da sich abzeichnete, daß ein Teil dieser Schwierigkeiten
auch nicht innerhalb des Projekts gelöst werden konnte (dies
betrifft insbesondere den Aspekt der fehlenden "Masse"
für die erfolgreiche Vermittlung von Fahrgemeinschaften),
wurde das Service-Angebot für eine breite Markteinführung
in der Stadt Bremen weiterentwickelt.
Hierfür wurde eine spezielle Software
für die überbetrieblichFahrgemeinschaftsvermittlung
und Abwicklung der Mobilitätsgarantie erstellt, ein Markenname
kreiert, eine Werbekampagne entworfen, Geschäftsbedingungen
und Dienstleistungsverträge erstellt und eine Strategie für
die Betriebsakquisition entwickelt. Dies alles wird im Abschlußbericht
und vor allem auch auf der beigefügten CD-ROM ausführlich
dargestellt. Sämtliche Materialien sind auf der CD-ROM zusammengestellt
(einschließlich Demoversion der Software) und auch unter
der Adresse &ot;move-bremen.org" im Internet erreichbar.
Die Erstellung der CD ROM und die Einrichtung der Internetseite
sind Bestandteil des Abschlußberichts.
Im Anschluß an das Schaubild findet
sich eine Kurzskizze des Angebots "FahrgemeinschaftsService"
(ungefähr im Originalton einer für erste Betriebskontakte
verwendeten Selbstdarstellung) Hieraus sollte sich ein erster
- der Kurzfassung angemessener - Eindruck zum neuen Serviceangebot
ergeben.
Zur Zeit läuft die Markteinführung
s aus dem Projekt heraus (bzw. weitgehend innerhalb des Projekts)
entwickelten "FahrgemeinschaftsService" in Bremen als
privatwirtschaftliches Dienstleistungsangebot für private
und öffentliche Arbeitgeber. Die Markteinführung erfolgt
zunächst im näheren Umfeld von Kraft Jacobs Suchard
und BECK & CO, d.h. im innerstädtischen Bereich. In der
ersten Akquisitionsphase werden nur die größeren Arbeitgeber
ab 400 Beschäftigten angesprochen. Bis zur Erreichung der
"krischen Masse" von insgesamt 6.000 Beschäftigten
in räumlich benachbarten Betrieben bleiben alle bis dahin
geschlossenen Vereinbarungen mit interessierten Betrieben noch
unverbindlich. Bei Erreichen der kritischen Masse werden die abgeschlossenen
Verträge in Kraft gesetzt und der Service begonnen. Der bisherige
Akquisitionsstand läßt hoffen, daß nach der Sommerpause
im September 1998 mit dem Service begonnen werden kann. Die Vertragsverhandlungen
laufen mit Betrieben unterschiedlichster Gruml;ßenordnung
und Charakteristik (Produktionsbetriebe aber auch Banken, Versicherungen,
Behörden, Hochschulen, Gewerbeparks usw.). Als Dienstleistungsanbieter
treten die StadtAuto GmbH Bremen sowie das Büro für
Verkehrsökologie (BVÖ) auf, die für diesen Zweck
eine neue gemeinsame Firma gründen werden.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung
vom move - Projekt zum "FahrgemeinschaftsService".
FahrgemeinschaftsService ...
... ist ein überbetrieblich orientiertes Dienstleistungsangebot
vom Büro für Verkehrsökologie (BVÖ), Bremen
in Zusammenarbeit mit der StadtAuto Bremen Car Sharing GmbH.
Zielgruppe:
Private Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber, zunächst in
ausgewählten räumlichen Bereichen (benachbarte Arbeitsstätten),
schrtweise im gesamten Stadtgebiet.
Warum ein solches Angebot?
Betriebe und Verwaltungen sollen in ihrem Bemühen um eine ökonomisch-ökologische
Optimierung ihrer Verkehrsstrukturen unterstützt werden. Zu dieser
Optimierung gehört auch die bessere Auslastung der im Berufsverkehr
eingesetzten Pkw. Nicht alle Berufspendler, die heute allein im Pkw sitzen,
tun dies gerne und zwangsläufig. "FahrgemeinschaftsService"
bringt die Menschen zusammen, die einen Teil der Wegstrecke sinoll gemeinsam
fahren können, unabhängig davon, ob sie im selben Betrieb arbeiten
oder am selben Ort wohnen. Hierdurch können die Straßen und Zufahrten
zum Betrieb entlastet und der Stellplatzbedarf vermindert werden. Von einem
solchen Service profitieren sowohl die Unternehmen als auch die einzelnen
Beschäftigten. Etwas vergleichbares gibt es bislang nicht.
Leistungsbeschreibung: Fahrgemeinschaftsvermittlung:
Im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages bieten wir dem Unternehmen f&ul;r
einen monatlich zu zahlenden Pauschalbetrag die folgende Leistung an (Preisskala
zwischen 35 DM und 1.200 DM mtl. in Abhängigkeit von der Betriebsgröße;
siehe Preisliste weiter unten):
1.) Einführungskampagne Betrieb mit professionellen Werbematerialien
(Broschüren, Plakate, Anmeldeformulare, Gutscheinhefte etc.) für
alle Beschäftigten sowie Bereitstellung der Materialien für die
laufende Werbung für das Serviceangebot.
2.) Betriebs-/behördenürgreifende Vermittlung passender
Fahrpartnerinnen und Fahrpartner für die interessierten Mitarbeiter
im gesamten Großraum Bremen (Bereich zwischen Wilhelmshaven, Cuxhaven,
Buxtehude, Hannover und Osnabrück). Die Biete-Suche-Wünsche der
Beschäftigten des Betriebs werden von "FahrgemeinschaftsService"
mit einer speziell für diesen Zweck entwickelten Software bearbeitet.
Dabei werden die jeweiligen Arbeitszeiten (auch Schichtarbeitszeiten), besondere
Wünsche (z.B. nur 2 x prooche), maximale Umwegakzeptanz sowie individuelle
Wunschkriterien (Nichtraucher/Raucher, Frau fährt nur mit Frau, ggf.
Hobbys) berücksichtigt. Bedarfsweise kann die Software auch zur Online-Nutzung
beim Kunden installiert werden. Das System erfüllt alle Erfordernisse
des Datenschutzes.
3.) Für die "Ökobilanzierung" erhält das Unternehmen
eine laufende Auswertung in Form von Tabellen und Schaubildern zur Darstellung
der erzielten Umwelteffekte (Berechnung und Darstellung eingesrter Pkw-Kilometer/Schadstoffemissionen/Kraftstoffverbräuche,
Flächeneinsparung o.ä.).
Pauschalbetrag für den Vermittlungsservice:
P R E I S L I S T E "FahrgemeinschaftsService"
S T A N D: April 1998
Preise für den Vermittlungsservice durch "FahrgemeinschaftsService":
|
Betriebsgröße/ Behördengröße nach Anzahl
der Mitarbeiter |
Preisliste |
| A |
< 50 |
35 DM |
| B |
50 - 99 |
60 DM |
| C |
100 - 249 |
120 DM |
| D |
250 - 399 |
200 DM |
< HEIGHT="19"> E
| 400 - 799 |
300 DM |
| F |
800 - 1499 |
400 DM |
| G |
1500 - 2499 |
500 DM |
| H |
2500 - 3499 |
600 DM |
| I |
3500 - 4999 |
700 DM |
| J |
5000 - 7499>
| 800 DM |
| K |
7500 - 9999 |
900 DM |
| L |
10000 - 13499 |
1000 DM |
| M |
13500 - 15999 |
1100 DM |
| N |
16000 - 18000 |
1200 DM |